Produktiv arbeiten auf leistungsschwacher Hardware – Teil 1

Technische Ausgangslage

Neulich habe ich mich durch meine Alt-Elektronik gewühlt und dabei ein Netbook gefunden das ich noch rumliegen hatte. Falls Sie sich nicht mehr an die Dinger erinnern: Netbooks wurden vor einer ganzen Weile mal als billige, leistungsarme und mobile Alternative zu normalen Notebooks verkauft. Die Betonung lag dabei allerdings auf billig und leistungsarm. Leider hat sich nämlich nach dem Kauf herausgestellt dass das Gerät so langsam war dass ein produktives Arbeiten praktisch unmöglich war, wenigstens mit dem vorinstallierten Windows 7. Aus diesem Grund habe ich in einem ersten Schritt eine Linux Distribution installiert. Ich habe mich dabei für Manjaro mit XFCE entschieden weil ich fand diese Distribution stellt einen guten Kompromiss aus Komfort und niedrigen Hardwareanforderungen dar.

Das Problem war nun leider dass es trotzdem nicht möglich war wirklich flüssig mit dem Gerät zu arbeiten, also hieß es weiter zu reduzieren. Im nächsten Schritt wollte ich schauen ob ich nicht für einige Aufgaben einfach auf Programme mit grafischer Benutzeroberfläche verzichten kann.

Und hier steigen wir nun in den eigentlichen Artikel ein.

Bürosoftware

Google Apps – Office Suite

Screenshot Google Docs
Google Docs stellt mittlerweile eine ernsthafte Alternative zu klassichen Wordprozessoren dar.

Für die meisten Büroaufgaben nutze ich mittlerweile das Business Angebot von Google. Die Google Apps haben mittlerweile für meine Zwecke passende Funktionalitäten, auch wenn sie natürlich nicht mit einer vollen Office Suite wie LibreOffice oder MS Office mithalten können. Aber gerade das Cloud basierte Design hat für mich viele Vorteile. Man kann sehr einfach auf mehreren Rechnern arbeiten, mittlerweile gibt es sogar Möglichkeiten mit Kollegen zeitgleich ein Dokument zu bearbeiten und, ein weiterer Vorteil: da die Software bei Google auf den Servern läuft kann man auch recht gut auf leistungsschwachen Geräten wie meinem Netbook arbeiten.

Fazit: Google Docs hat sich mittlerweile zu einer ernsthaften Alternative zu anderen Office angeboten entwickelt. Der Funktionsumfang ist zwar nicht so groß wie beispielsweise bei Microsoft’s Office Angebot, reicht aber sicherlich für die Anforderungen von 95% der User vollständig aus und ist für die private Nutzung sogar kostenlos.

Wordgrinder – Textverarbeitung auf der Konsole

Screenshot von Wordgrinder
Wordgrinder ist eine Textverarbeitung für das Terminal. Die Software ist für Linux, Windows und MacOS verfügbar.

Wordgrinder ist eine Textverarbeitung für die Kommandozeile, die sich auf das wesentliche beschränkt. Die Website der Software sagt zur Mission der Software:

WordGrinder is a word processor for processing words. It is not WYSIWYG. It is not point and click. It is not a desktop publisher. It is not a text editor. It does not do fonts and it barely does styles. What it does do is words. It’s designed for writing text. It gets out of your way and lets you type.

Dadurch reduziert sich Wordgrinder auf das wesentliche. Man wird weder durch Formatierungen, Schriftarten oder UI-Elemente gestört. Das einzige was Wordgrinder macht ist Texte schreiben und das erstaunlich gut. Dabei fand ich das Schreibgefühl erstaunlich angenehm und überhaupt nicht so altbacken wie man es vielleicht befürchten würde. Ganz im Gegenteil, wenn es nur darum geht Texte zu schreiben verwende ich Wordgrinder mittlerweile sehr gerne. Das hat auch damit zu tun dass es mir persönlich leichter fällt mich auf die Schreibarbeit zu konzentrieren wenn ich eben nicht nebenher noch diverse andere Programme und Browser-Tabs geöffnet habe.

Fazit: Wordgrinder macht nicht viel, aber was es macht das macht es sehr gut. Ich selber nutze es sehr gerne um unterwegs meine Texte zu schreiben. Die Formatierung am Ende mache ich dann in einem geeigneteren Programm.

gcalcli – Ihr Google Kalender auf der Konsole

Beispielbild für gcalcli auf der Kommandozeile
Mit gcalcli können Sie ihre Termine komfortabel über die Kommandozeile planen und anzeigen lassen. Das Programm benutzt dafür die Google Calendar API V3

gcalcli ist ein kleines aber spannendes Tool um sich seine anstehenden Termine aus dem Google Kalender direkt im Terminal anzeigen zu lassen. Ich nutze es gerne auf dem Netbook damit ich nicht einen Tab im Browser (und damit Arbeitsspeicher) für den Kalender verschwenden muss. Mit ein wenig Spielerei und entsprechenden Programmier- bzw. Skriptingkenntnissen kann man auch durchaus die Ausgabe von gcalcli manipulieren und die Funktionalität erweitern. Hier kann man zum Beispiel nachlesen wie man sich ein kleines Skript schreibt um seine anstehenden Termine mit Farbkodierungen zu versehen.

Fazit: Kleines aber feines Programm um sich seinen Google Kalender im Terminal anzeigen zu lassen. Schlicht aber funktional.

 

Das war es dann auch schon mit Teil 1 dieser Artikelreihe. Im nächsten Teil werden wir uns auf den nächsten großen Teilbereich, die Softwareentwicklung, konzentrieren um dann im dritten Teil ein paar Tipps und Tricks zu besprechen wie man die gezeigte Software tatsächlich produktiv nutzen kann. Gerade die Konsolen-Tools kann man zum Teil durch einfache eigene Skripte nochmal ordentlich aufwerten.

Bis dahin: Vielen Dank für’s Lesen.

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