Vergleich von Notizen Apps – Teil 1

Es gibt viele Gründe eine Notizen App zu verwenden. Vom Einkaufszettel bin hin zu neuen Projektideen die einem vielleicht kommen während man gerade in Restaurant sitzt gibt es eine schier unendliche Anzahl Anwendungsbereiche.

Die Fähigkeit Gedanken, Bilder und Texte auch unterwegs festzuhalten ist mit Sicherheit (für mich) eine der wichtigsten Möglichkeiten produktiv mit meinem Smartphone zu arbeiten und da ich mich nie damit anfreunden konnte ständig irgendwelche Kladden und Hefte mit mir rum zu schleppen ist die digitale Variante natürlich ausgesprochen attraktiv.

Anforderungsprofil einer Notizen App

Die Anforderungen die jemand an so eine App stellt sind natürlich unterschiedlich. Für mich persönlich haben sich aber einige wichtige Punkte herauskristallisiert:

Verfügbarkeit auf Smartphone und Desktop

Natürlich möchte ich die App vorangig für unterwegs auf dem Smartphone nutzen. Ich möchte aber natürlich auch von meinem PC zuhause Zugriff auf meine Notizen haben, damit ich Notizen, neue Projektideen oder auch schlicht den Einkaufszettel für den Tag bequem an meinem PC bearbeiten können und dann später mobil nutzen möchte (oder umgekehrt).

Synchronisierung der Daten oder dezentrale Speicherung

Quasi als Folge des obigen Punkts sollte die App ihre Daten entweder in der Cloud speichern (am liebsten direkt in meinem Google Drive oder meiner Dropbox) oder aber eine einfache Möglichkeit bieten zwischen PC und Smartphone zu synchronisieren.

Erweiterte Funktionen und Medientypen

Hier wird es langsam recht persönlich mit dem Anforderungsprofil. Für mich sind beispielsweise Stylus-Input oder auch Sprachnotizen als Funktionen uninteressant, für andere aber von zentraler Bedeutung.

Für mich sind beispielsweise besonders wichtig:

  • Textnotizen (das absolute Minimum. Duh.)
  • Einbindung von Fotos/Bildern
  • Einbindung von Links
  • Einbindung von beliebigen Dateien (Word/Excel Dateien, PDF etc.)
  • Verknüpfung mit anderen Diensten, beispielsweise LinkedIn
  • Verknüpfung mit anderen Programmen, beispielsweise Kalender, eMail, Google Maps etc.

Daneben gibt es noch (teils sehr spezielle) Anforderungswünsche die aber häufig nicht erfüllt werden. Ich suche beispielsweise immer noch nach einer App die mir ermöglicht beispielsweise für meine Uni-Recherchen Buchdaten zu erfassen und Auszüge aus Büchern abzuspeichern.

Die Apps

Nachdem wir unsere Anforderungen formuliert haben kommen wir nun zu den getesteten Apps. Diese Liste werde ich vermutlich immer mal wieder aktualisieren, es lohnt sich also alle paar Monate mal wieder vorbei zu schauen.

Evernote

Evernote ist das Urgestein der Notizen Apps und schon ein paar Jahre am Markt, weshalb man die Software mittlerweile als recht ausgereift betrachten darf. Neben der einfachen Notizen-Funktion ist Evernote mittlerweile eine Recht umfangreiche Software mit einer Fülle an Funktionen:

  • Umfangreiche Formatierung mit Tabellen und Anhängen      
  • Erstellen von Web-Clips und Screenshots mit jedem Browser und Gerät      
  • Audionotizen, To-do-Listen mit Kontrollkästchen etc.     
  • Bilder, PDF etc. mit Anmerkungen und Kommentaren versehen
  • PDF-Dateien, Belege, Dateien und Dokumente anhängen
  • E-Mails an dein Evernote-Konto weiterleiten
  • Visitenkarten digitalisieren und in LinkedIn verknüpfen
  • Suchfunktion
  • Notizbücher und Schlagwörter erstellen
  • Informationen nach Datum, Titel oder Schlagwort sortieren und organisieren
  • Texterkennung in PDF, Bildern und Office Dokumenten
  • Versionsverlauf von Notizen anzeigen
  • Notizen per einfachem Mausklick in Präsentationen umwandeln
  • Anzeige verwandter Inhalte aus dem Wall Street Journal, LinkedIn, Inc. Magazine und weiteren Quellen bei Eingaben
  • Google Drive-Dateien verlinken
  • Verknüpfung mit E-Mail-Anwendungen wie Outlook
  • Verknüpfung mit Kommunikationswerkzeugen wie Slack und Microsoft Teams
  • etc

Die Liste der Funktionen ist dabei sehr umfangreich, allerdings sind viele der sinnvollen Funktionen auch hinter einer Paywall versteckt. Die Basissoftware gibt es zwar umsonst, dort fehlen aber Funktionen wie das Abspeichern von eMails als Notiz, die Scanfunktion für Visitenkarten oder die Kommentarfunktion für PDF Dateien und auch OneDrive Dateien lassen sich nicht verlinken.

Dadurch ist man im Prinzip gezwungen eines der Premium Abos zu wählen sofern man die (durchaus sehr guten) Funktionen nutzen möchte die Evernote zu mehr als einer simplen Notizen-App machen. Dabei gibt es neben der freien Basisversion noch eine Premium Version für 6,99€/Monat und eine Business Version für 13,99€/Monat. Die Business Version bietet zusätzlich noch ein paar erweiterte Funktionen für Firmen mit mehreren Mitarbeitern wie die Trennung zwischen privaten und Firmennotebooks, einer Nutzerverwaltung etc.

Fazit: persönlich benutze ich momentan Evernote Premium und bin auch ganz zufrieden damit. Die Software ist sehr ausgereift und wird ständig erweitert. Für mich hebt sich Evernote vor allem dadurch von der Konkurrenz ab dass Notizen nach Vorlagen erstellen kann, eMails als Notizen speichern und auch PDF und Office Dateien durchsuchen und annotieren kann. Außerdem läuft Evernote so ziemlich auf jedem vorstellbaren Gerät, so dass man wirklich überall Zugriff auf seine Notizen hat.

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FairNote

FairNote ist eine weitere relativ beliebte Notizen App. Die App richtet sich vor allem an Benutzer die eine schlanke und schnelle App suchen mit der sie ohne viel Aufwand schnell ein paar Gedanken herunter schreiben und organisieren können. Zu diesem Zweck bietet die App die Möglichkeit Notizen sowohl farblich als auch per Label zu markieren/sortieren.

Ein weiteres, sehr spannendes Feature besteht darin dass die Notizen mittels AES-256 verschlüsselt werden können. Für Leute die sich jetzt nicht unbedingt erst noch in Verschlüsselungsalgorithmen einlesen möchten sei an dieser Stelle gesagt dass der AES-256 Algorithmus als sicher gilt und zum Beispiel auch von der US Regierung für gesicherte Dokumente verwendet wird.

Wie man unten in der Liste der Funktionen sehen kann ist das Preismodell recht simpel und fair gehalten und bekommt die vollwertige App abgesehen von einem dark Theme und Gimmicks wie der Verschlüsselung per Fingerabdruck umsonst. Will man diese Funktionen zahlt man günstige $0,99.  

  • Erstellen von Text- und Checklisten-Notizen
  • Weisen Sie Labels / Tags und Farben zu
  • Schützen Sie Notizen mit AES-256-Verschlüsselung
  • Notizen einzeln oder im Stapel verschlüsseln / entschlüsseln
  • Sichern / Wiederherstellen von Notizen mit Google Drive, Dropbox oder Storage
  • Fügen Sie neue Notizen direkt aus dem Benachrichtigungsbereich hinzu
  • Heften Sie häufig verwendete Notizen in die Statusleiste und greifen Sie schnell darauf über den Infobereich zu
  • Erinnerung für Notiz einstellen, auch für angeheftete Notizen
  • Notizen in Listen- oder Rasteransicht organisieren
  • Leistungsstarke Textsuche, Hervorhebung von Suchbegriffen im Ergebnis
  • Sortiere Notizen nach Datum, Farbe oder alphabetisch
  • Filtern von Notizen nach Labels und Kategorien
  • Erhalte freigegebene Texte von anderen Apps
  • Halbtransparentes Startbildschirm-Widget
  • Batch-Operationen
  • Hinzufügen der Startbildschirm-Verknüpfung zu bestimmten Notizen
  • Markdown-Vorschau
  • Textdatei importieren
  • Export in Textdatei (einzeln oder Batch)
  • Rückgängig-Wiederherstellen-Funktion
  • Automatische oder manuelle Speichereinstellung

Pro-Funktionen

  • Dunkles Thema
  • Wiederkehrende Erinnerung
  • Verschlüsseln Sie alle Notizen mit einem einzigen Klick
  • Verschlüsseln / Entschlüsseln von Notizen mit Fingerabdruck-Authentifizierung

Fazit: FairNote besticht erstmal dadurch eine kleine, schnelle App mit einem bestimmten Fokus zu sein. Diese App hat eine Aufgabe und diese erfüllt sie sehr gut, ohne den Nutzer durch zuviele Zusatzfunktionen zu erschlagen. Mir persönlich hat beim Testen vor allem die Möglichkeit gefallen Notizen farblich hervorzuheben. Auch die Tatsache dass man Notizen ganz einfach als Textdateien importieren/exportieren kann ist eine schöne Möglichkeit. Ebenfalls lassen sich Notizen auf ganz einfach aus der App heraus teilen, beispielsweise mit WhatsApp Kontakten.

Für sicherheitsbewusste Nutzer ist wahrscheinlich auch die Möglichkeit interessant Notizen zu verschlüsseln.

Für mich persönlich war der größte Nachteil dass es FairNote leider nur für Smartphone gibt. Dadurch fehlt mir leider die Synchronisation über alle meine Geräte hinweg was die App für mich nur eingeschränkt nutzbar macht. Allerdings besteht die Möglichkeit seine Notizen beispielsweise über Google Drive oder Dropbox über mehrere Smartphones hinweg zu synchronisieren.

Google Keep

Google Keep ist die Notizen-App die direkt in die Dienste von Google integriert ist. Entsprechend dem Google Spirit gibt es Keep nur als reinen Cloud basierten Dienst. Notizen werden online abgespeichert und sind von jedem Gerät per Weboberfläche zugänglich. Eigenständige Software in Form von mobile Apps oder einer Version für den Desktop PC gibt es nicht.

Insgesamt ist Google Keep eine auf das wesentliche reduzierte Notizen-Applikation. Es gibt die Möglichkeit Notizen, Erinnerungen, Listen und Bildnotizen zu erstellen und diese mittels Labels und Farbnotizen zu organisieren. Weitergehende Organisationsfunktionen wie Notizbücher oder ähnliches findet man in Keep allerdings nicht.

Interessant macht Google Keep in meinen Augen die Integration in die anderen Google Dienste, so kann man beispielsweise direkt aus seinen Mails heraus schnell mal eine Notiz oder eine Erinnerung schreiben und hat alles aus einem Guß. Zusätzlich bietet Keep auch die Möglichkeit Personen zur Mitarbeit einzuladen wodurch sich mit Keep auch (simple) Todo-Listen und Kanban Board artige Gebilde realisieren lassen.

Wie viele andere Notizen-Apps bietet auch Keep einen Webclipper an. Dieser ist im Vergleich zu den Angeboten von Evernote oder auch OneNote sehr rudimentär und bietet nur die Möglichkeit Textpassagen oder Bilder auszuschneiden.

Fazit: Google Keep ist eine sehr einfache aber kostenlose Notizen-App die direkt von Google kommt und sich daher sehr gut in das allgemeine Google Ökosystem einfügt. Für Leute die sowieso immer online sind und denen das Fehlen einer offline App nicht fehlt ist Keep eine schöne Alternative um schnell und einfach kurze Notizen zu erstellen. Man darf allerdings nicht den gleichen Funktionsumfang wie beispielsweise bei Evernote erwarten.

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